Verschlossener Garten mit Kalvarienberg, der Jungfrau Maria und dem Evangelisten Johannes

Verschlossener Garten mit Kalvarienberg, der Jungfrau Maria und dem Evangelisten Johannes

anonym

1525-1528

 

 

Zentralmotiv dieses Verschlossenen Gartens ist die Erlösung des Menschen. Als Symbol dient dafür die Kreuzigung Jesu. Die symmetrische Struktur des kleinen Hortus schließt eng an die der drei größten Gärten an. (GHZ BH001, GHZ BH002 und GHZ BH006).

Der Verschlossene Garten mit Kalvarienberg hat bemalte Flügel, auf denen vier Mitglieder des Mechelner Onze-Lieve-Vrouwe-Hospitals und ihre Schutzheiligen dargestellt wurden. Auf dem geöffneten linken Flügel sehen wir Peeter van Steenwinckele, den ersten Rentmeister des Hospitals nach dessen Reformierung im Dezember 1508. Im Rahmen dieser Reformierung unterwarf das Bistum die Ordensschwestern neuen und strengeren Lebensregeln. Hinter Van Steenwinckele steht der heilige Petrus. Auf dem rechten Flügel sehen wir Schwester Cornelia Andries, die erste Priorin nach der Reformierung, in Begleitung ihres Schutzpatrons, des heiligen Cornelius. Auf der Außenseite des linken Flügels steht Priester Marton Avonts, der zweite Rentmeister. Er kniet neben dem heiligen Martinus von Tours. Auf der Außenseite des rechten Flügels wurde Schwester Oberin Jozijne van Coolene zusammen mit dem heiligen Judocus porträtiert.

Die Darstellung von Marten Avonts lässt vermuten, dass dieser Verschlossene Garten erst nach dem Tod von Peeter van Steenwinckele im Jahr 1525 angefertigt wurde. Die Priorin Cornelia Andries starb drei Jahre später im Jahr 1528. Aufgrund dieser Daten kann der vorliegende Hortus conclusus zwischen 1525 und 1528 datiert werden. Die bemalten Flügel wurden dem Meister der Mechelner Sint-Jorisgilde zugeschrieben. Man ist sich bei dieser Zuschreibung jedoch nicht sicher. 

 

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INFORMATION

Titel: Verschlossener Garten mit Kalvarienberg, der Jungfrau Maria und dem Evangelisten Johannes

Objektbezeichnung: Verschlossener Garten

Angefertigt von: anonym, Zusammenarbeit

Datierung: 1525-1528

Material: Mixed-Media Maße: 108,8 × 144,5 × 23,5 cm

Inventarnummer: GHZ BH 0003

Herkunft: Aus der Sammlung der Nonnen des Onze-Lieve-Vrouw-Hospitals und dort fast 500 Jahre aufbewahrt und gepflegt. 1999 als Leihgabe der Stadt Mechelen überlassen

 

BIBLIOGRAPHIE

Barbara Baert, Late Medieval Enclosed Gardens of the Low Countries: Contributions to Gender and Artistic Expression. Leuven, 2016.

Hannah Iterbeke und Lieve Watteeuw, De Besloten Hofjes van Mechelen: Laatmiddeleeuwse paradijstuinen ontrafeld. Veurne/Amsterdam, 2018: 22-23; 76-77.

Camille Poupeye, „Les Jardins clos et leurs rapports avec la sculpture malinoise“, Bulletin du Cercle archéologique, littéraire et artistique de Malines 22 (1912) : 51-114.