Sultan Süleyman I

Sultan Süleyman I

anonym

16. Jh.

 

Gaspare Ducci wurde am 8. November 1495 in der italienischen Stadt Pescia geboren und ließ sich 1515 als Vertreter einer Handelsgesellschaft aus Lucca in Antwerpen nieder. Er war ein erfolgreicher Bankier und einer der wichtigsten Geldverleiher Karls V., der ihn auch zum Generalsteuereinnehmer machte. 1547 wurde Ducci in den Adelsstand erhoben und zum Ratsherrn ernannt.

Ducci erwarb 1547 ein Haus in der Huidevettersstraat in Antwerpen und ließ es zu einem luxuriösen Stadtpalast umbauen. 1952 wurde der Palazzo Ducci abgerissen. Einige Elemente der Innenausstattung, darunter auch eine Kassettendecke, wurden danach im Sterckshof eingebaut. Seit 2018 gehören sie zur Sammlung des Museums Hof van Busleyden.

Die 11 Medaillons in der Kassettendecke sollten Karl V. die Ehre erweisen. Mehrere Exemplare - wie auch diese Darstellung des osmanischen Sultans Süleyman - verweisen auf die militärischen Erfolge des Kaisers. Die Expansionspolitik des islamitischen Fürsten stellte eine große Bedrohung für die habsburgische Macht und den Handel im Mittelmeer dar. 1529 belagerten Süleymans Truppen sogar die habsburgische Hauptstadt Wien. Die gelbe Farbe seines Gewands erzeugt ausgesprochen negative Empfindungen und verweist auf Verrat und Feindschaft. Karl V. wurde als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zum wichtigsten Gegner des Sultans. Der habsburgische Adler treibt den fliehenden Süleyman zurück ins Meer.

 

 

 

 

 

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INFORMATION

Titel: Sultan Süleyman I

Objektbezeichnung: Tondo

Angefertigt von: anonym

Datierung: 16. Jh.

Material: Tempera auf Pappelholz

Inventarnummer: V0556c

Herkunft: 1952: integriert in Sterckshof; 2018: dem Museum Hof van Busleyden von der Provinz Antwerpen übertragen

 

BIBLIOGRAPHIE

Claudia Goldstein, Pieter Bruegel and the Culture of the Early Modern Dinner Party. Aldershot, 2013: 13-36.

Jan Lampo, Gelukkige stad: De gouden jaren van Antwerpen (1485-1585). Amsterdam, 2017: 118-123.

Petra Maclot en Stefaan Grieten, ‘Het renaissance-interieur van Palazzo Ducci: flirt van een Italiaanse bankier met Keizer Karel’. In: Stefaan Grieten(red.) Vreemd gebouwd. Westerse en niet-westerse elementen in onze architectuur. Antwerpen, 2002: 61-91.