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Salomons Urteil

Salomons Urteil

Michiel Coxcie (Atelier)

16. Jh.
 
 

Der weise jüdische König Salomon teilt sein Urteil mit ausgestrecktem Arm den Zuhörern mit. Das Kind, um das zwei Mütter kämpfen, soll mit einem Schwert zweigeteilt werden und jede Frau dann eine Hälfte davon erhalten. Die richtige Mutter kniet zu Füßen des Königs und überlässt ihr Kind sogleich der anderen Frau, um dessen Leben zu retten, obwohl dann eine andere Frau seine Mutter wird. Die zweite Frau weist auf ihr eigenes totes Kind. Dank Salomons spitzfindigem Urteil und der Reaktion der beiden Frauen stellt sich heraus, wer die richtige Mutter des Kindes ist. (1 Kon. 3:16-28).

Im 16. Jahrhundert hingen oft Darstellungen dieser alttestamentlichen Geschichte von Salomons Urteil in den Gerichtssälen. Sie dienten den Richtern als Beispiel dafür, wie ein spitzfindiges Urteil zu Gerechtigkeit und Wahrheit führen kann.

 

 

1569 erhielt Michiel Coxcie von den Brüsseler Magistraten den Auftrag, ihr Bild von Salomons Urteil zu vollenden, das Lucas Van Nevele einige Jahre zuvor begonnen hatte. Im Gegensatz zu früheren Annahmen handelt es sich dabei jedoch nicht um das Gemälde im Museum Hof van Busleyden. Von dem Mechelner Gemälde besteht noch eine spätere Kopie (17. Jahrhundert?).

 

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INFORMATION

Titel: Salomons Urteil

Objektbezeichnung: Gemälde

Angefertigt von: Michiel Coxcie I. (1499- 1592) (Atelier)

Datierung: 16. Jh.

Material: Öl auf Holz

Maße: 154,0 x187,0 cm

Inventarnummer: S1100

Herkunft: Vor 1992 in einer englischen Privatsammlung, danach in einer spanischen Privatsammlung. Im April 2005 erwarb das Museum Hof van Busleyden das Werk von einem Kunsthändler.

 

BIBLIOGRAPHIE

Karl Johnson, „Coxcie in Brussels“, Handelingen van de Koninklijke Kring voor Oudheidkunde, Letteren en Kunst van Mechelen 96(2) (1992): 247-255.

Koenraad Jonckheere, Michiel Coxcie (1499-1592) and the Giants of his Age. Tienen, 2013: 39-40.

Edmond Roobaert, „Het oordeel van Salomon“, Handelingen van de Koninklijke Kring voor Oudheidkunde, Letteren en Kunst van Mechelen 109(1) (2005): 153-204.