Puppenspiel am Hof der Margarete von Österreich

Puppenspiel am Hof der Margarete von Österreich (Mechelen 1515)

Willem Geets 

1897

 

1515: Der junge Prinz Karl (°1500) wird in Mechelen am Hof seiner Tante Margarete von Österreich erzogen und darauf vorbereitet, über ein Weltreich zu herrschen. Fast 500 Jahre später lässt sich Willem Geets (Mechelen 1838-1919) von Karls Aufenthalt in Mechelen inspirieren. Er malt neben Porträts auch historisierende Bilder. Im Gegensatz zu den Historienstücken aus der Romantik zeigen sie jedoch keine große Feldschlachten oder Helden, die allein dem Feind zu Leibe rücken. Geets begeistert sich für die kleinen Ereignisse im Leben großer historischer Figuren, für die Anekdoten am Rande des Geschehens. Stoff für seine Werke findet er oft im 16. Jahrhundert.

Willem Geets war zu Lebzeiten sehr bekannt. Zeitgenossen priesen ihn für die „wunderbare Genauigkeit” seiner Gemälde. Andere lobten die „weitreichende Strenge, mit der er auf seinen Bildern die Wahrheit aus der Vergangenheit schildert”. Vorstudien sollten diese Korrektheit gewährleisten. (HvB, Inv.Nr. S0810 und S0863). Geets wollte nur Szenen darstellen, die mit der Geschichte übereinstimmten und nicht auf Legenden beruhten. Man könnte daraus schließen, dass das Puppenspiel am Hof der Margarete von Österreich auch tatsächlich stattgefunden hat. Woher Geets die entsprechenden historischen Informationen hatte, ist jedoch nicht bekannt. 

 

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INFORMATION

Titel: Puppenspiel am Hof der Margarete von Österreich (Mechelen 1515)

Objektbezeichnung: Gemälde

Angefertigt von: Willem Geets (1838-1919)

Datierung: 1897

Material: Öl auf Leinwand

Maße: Höhe: 155 cm,
Breite: 208 cm

Inventarnummer: S0631

Herkunft: 1898 vom Künstler erworben 

 

BIBLIOGRAPHIE

Robert Hoozee, ‘Luisteren naar Erasmus’. In: Mise-en-scène. Keizer Karel en de verbeelding van de negentiende eeuw, tent.cat., Museum voor Schone Kunsten. Gent, 2000: 137-143.

Wim Hüsken, ‘Kunstwerk in de kijker (IV): Willem Geets, Poppenspel aan het hof van Margareta van Oostenrijk (1891), Stedelijke Musea Mechelen, inv.nr. S/631’, Mededelingenblad Koninklijke Kring voor Oudheidkunde, Letteren en Kunst van Mechelen 43(3) 2012: 21-25.

Brigitte Raskin, De gestolen prinses, Leuven. Davidsfonds, 2009.