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Kalvarienberg

Kalvarienberg

Jan Mone 

ca. 1550

 

Der nordfranzösische Bildhauer Jan Mone, der sich als „artiste de l’empereur“ bezeichnen durfte, ließ sich um 1524 in Mechelen nieder und wurde bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1547 von der Stadt bezahlt. Mone war eine bedeutende Schlüsselfigur bei der Einführung der antiken (italienischen) Bildsprache in den Niederlanden und hatte einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Entwicklung Mechelens zum Produktionszentrum von Alabasterskulpturen.

 

Drei Alabasterreliefs wurden in einen hölzernen, architektonisch gestalteten Rahmen mit typisch antiken Säulen und zwei vergoldeten Satyrn eingearbeitet. Kompositionen dieser Art - besser bekannt unter dem Begriff „Hausaltar” - waren in der Zeit von 1550-1560 sehr beliebt und wurden im großen Maßstab hergestellt. Das kleine Alabasterrelief unten zeigt die Kreuztragung, auf dem mittleren Teil ist Christus am Kreuz zu sehen und oben eine Pieta (der tote Christus in den Armen der trauernden Maria). Da der Stil dieser drei Alabasterreliefs unterschiedlich ist, wird vermutet, dass sie nicht alle vom selben Künstler stammen. Die Zuschreibung dieses Werks an Jan Mones Atelier ist deshalb nicht sicher und muss weiter untersucht werden.

 

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INFORMATION

Titel: Kalvarienberg

Objektbezeichnung: Hausaltar mit Relief aus Alabaster

Angefertigt von: Jan Mone (ca. 1485 - ca. 1554?)

Datierung: ca. 1550

Material: Holz, Alabaster

Maße: 105,5 x 79,0 cm

Inventarnummer: B0105

Herkunft: 1938 von der Stadt Mechelen auf einer Auktion erworben. 

 

BIBLIOGRAPHIE

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Krista De Jonge, ‘The "Emperor’s Artists" between Court and the City in the Sixteenth-Century Low Countries’. In: The artist between court and city (1300-1600). L'artiste entre la cour et la ville. Der Künstler zwischen Hof und Stadt. Petersberg, 2017: 130-146.

Ethan Matt Kavaler, ‘The Jubé of Mons and the Renaissance in the Nederlands’, Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 45 (1994): 349-381.

Ethan Matt Kavaler, ‘Jean Mone, Barcelona, and the Origins of the ‘Netherlandish’ Antique Manner’. In: Netherlandish Art and Luxury Goods in Renaissance Spain. Londen/Turnhout, 2018: 63-76.

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