Explosion des Zandpoort

Explosion des Zandpoort 

Jan Verhuyck 

ungefähr 1680

 

Mechelen hatte im 16. Jahrhundert 12 Stadttore. Das Zandpoort war eines der kleineren Tore, deshalb aber nicht weniger wichtig, denn dort befand sich das zentrale Pulverlager für die Verteidigung der Stadt. Am Abend des 7. August 1546 schlug ein Blitz im Turm und der Pulverkammer ein und verursachte eine gewaltige Explosion. Ein Großteil der Stadt wurde zerstört. Rund 300 Menschen kamen dabei ums Leben und über 600 wurden verwundet.

 

Die Explosion des Mechelner Zandpoort fand schnell ihren Weg in die europäische Presse. In deutschen protestantischen Gebieten hielt man sie für eine Strafe Gottes, da die Stadt weiterhin der katholischen Kirche treu blieb. Das Ereignis sorgte auch für eine schnellere Verbreitung neuer Erdumwallungen - der sogenannten (dreieckigen) Bastionen -, die der besseren Verteidigung der Städte, sowie der Lagerung von Pulver und Waffen dienten. 

Dieses Gemälde erinnert an die Zerstörungen, die 1546 durch die Explosion verursacht wurden, sowie an die fromme Gemeinschaft, die einander zur Hilfe eilte. Gemalt hat es um 1680 der in Mechelen geborene und gestorbene Jan Verhuyck, der zu Lebzeiten als Maler von Seestücken, Schlachten und Gesellschaften bekannt war. Verhuyck hat sich bei diesem Bild möglicherweise auf ein ähnliches Gemälde aus dem Jahr 1546 berufen, das jetzt im Museum M in Leuven hängt  (S/434/O).

 

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INFORMATION

Titel: Explosion des Zandpoort 

Objektbezeichnung: Gemälde

Angefertigt von: Jan Verhuyck (1622-1681/2)

Datierung: ungefähr 1680

Material: Öl auf Leinwand

Maße: 177,8 x 352 cm.

Inventarnummer: S0227

 

BIBLIOGRAPHIE

Henri Installé, „Verwoesting en wederopbouw te Mechelen in de zestiende eeuw“. In: Verwoesting en wederopbouw van steden van de middeleeuwen tot heden. Brüssel, 1999: 155-184.

Pieter Groenendijk, Beknopt biografisch lexicon van Zuid- en Noord-Nederlandse schilders, graveurs, glasschilders, tapijtwevers et cetera van ca. 1350 tot ca. 1720. Leiden, 2008.