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Der heilige Rochus von Montpellier

Der heilige Rochus von Montpellier

anonym

ca. 1520 - 1525

 

Der heilige Rochus (1295-1327) ist einer der 6 Pestheiligen. Sie wurden in der römisch-katholischen Kirche bei Ausbruch der Krankheit angebetet.  

Rochus soll bereits im Alter von ungefähr 20 Jahren seinen gesamten Besitz an Arme und Kranke verschenkt haben. Den Rest seines Lebens widmete er der Pflege der Pestkranken. Er begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom und wurde bei seiner Rückkehr in Piacenza selbst von der Krankheit infiziert. Da er Angst hatte, andere Menschen anzustecken, zog er sich in einen benachbarten Wald zurück. Ein Engel soll ihn auf wundersame Weise geheilt haben, während ein Hund ihn mit Brot versorgte. Auf der Rückreise war der von der Pest schwer gezeichnete Rochus nicht mehr wiederzuerkennen. Zu Hause herrschte Bürgerkrieg, sodass man ihn prompt für einen Spion hielt. Rochus wurde verhaftet und starb im Gefängnis.  

Diese Skulptur wurde zwischen 1500 und 1550 in einem Mechelner Atelier geschnitzt, das sie mit der aus drei Balken bestehenden Stadtmarke versah. Rochus wird von einem Engel begleitet und weist auf seine Wunde, während der Hund daran leckt. Der Pilgerstab in seiner rechten Hand fehlt. Auf der Konsole steht ein nicht identifiziertes Wappenschild.

Das Museum Hof van Busleyden besitzt noch drei weitere Skulpturen von Pestheiligen, die dieser sehr ähnlich sind: einen heiligen Christopherus, einen heiligen Adrianus und einen heiligen Antonius. Im Rijksmuseum in Amsterdam befindet sich eine Skulptur des heiligen Sebastian, die vielleicht auch zu dieser Serie gehörte.

 

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INFORMATION

Titel: Der heilige Rochus von Montpellier

Objektbezeichnung: Heiligenskulptur

Angefertigt von: anonym

Datierung: ca. 1520 - 1525

Material: Nussbaum, polychromiert

Maße: Höhe: 73 cm (Skulptur), Höhe: 28 cm (Sockel)

Inventarnummer: OCMW B0003

Herkunft: Aus dem Kunstbesitz des OCMW. Seit 2000 unter Verwaltung der Stadt Mechelen.  

 

BIBLIOGRAPHIE

Willy Halsema-Kubes, ‘Een Mechelse H. Sebastiaan’Bulletin van het Rijksmuseum 19 (1971): 183-188.

Dries Van den Akker, ‘Rochus van Montpellier’Heiligen