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Back to Black

Von historischen Farbrezepten zu unserer heutigen Wahrnehmung von Schwarz.

21. Juni 2019 bis Juni 2021 

 

Ist Schwarz immer schwarz oder gibt es Nuancen? Sehen Sie den Unterschied zwischen Russschwarz, Pechschwarz oder Kohlrabenschwarz? Warum bezeichnen wir diese Variationen so? Back to Black begibt sich auf die Suche nach der kunsthistorischen Bedeutung von Schwarz und untersucht mit den Besuchern unsere heutige Wahrnehmung und Interpretation der burgundischen Farbe Schwarz.Claudy Jongstra

Die Farbe spielte eine wichtige Rolle in Bezug auf den Status der burgundischen Machthaber. Schwarz erzeugte schon damals explizite Assoziationen wie „Vornehmheit” oder „Trauer”. Das lässt sich gut an der schwarzen, würdevollen Kleidung auf den Porträts prominenter Persönlichkeiten ablesen, die von den alten holländischen und flämischen Meistern gemalt wurden. Es sind nur wenig historische Erkenntnisse in Bezug auf Farben überliefert worden. Wir wissen aber, dass Farben für die Städter des 16. Jahrhunderts weit mehr bedeuteten als ihr visuelles Erscheinungsbild. Die Herstellungsverfahren berührten damals alle Sinne. In den Rezeptbüchern findet man eine inspirierende, fantasiereiche Farbensprache. Aber welche Gerüche und Geräusche entstanden bei der Herstellung und wie fühlte sich das Produkt der damaligen Färbermeister an? Genau das versucht die Ausstellung Back to Black in Erfahrung zu bringen. Was geschieht, wenn wir die burgundischen Farben heute erneut herstellen, um sie wieder so zu erfahren wie vor vielen Jahrhunderten? Können zeitgenössische Künstler die jahrhundertealten Rezepte noch umsetzen und dabei die gleichen meisterhaften Fähigkeiten entwickeln wie damals? 

Kann dieses Verfahren dann inspirieren und zu neuen Arbeiten führen? Genau wie im Rest des Museums steht auch hier der Dialog zwischen Gegenwart und Vergangenheit im Fokus.

Wir untersuchen zusammen mit Wissenschaftlern, künstlerischen Partnern und den Museumsbesuchern Verfahren der damaligen Farbenherstellung. Im Fokus steht die Farbe Schwarz, den Ausgangspunkt bilden historische Rezeptsammlungen und Porträts aus der Zeit der Burgunder, sowie die Formensprache der Textilkunst der zeitgenössischen niederländischen Künstlerin Claudy Jongstra.

 

In  Zusammenarbeit mit: dem ERC ARTECHNE Projekt (European Research Council), unter der Leitung von Sven Dupré (Universität Utrecht & Universität Amsterdam), dem Fachbereich Kulturerbe der Universität Antwerpen, dem Reichslaboratorium für Kulturerbe (Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed Nederland) und Studio Claudy Jongstra.